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Hier erfahren Sie alles, was Sie schon immer über unsere Produkte wissen wollten und weitere interessante Fakten rund um das Thema Ofenbau.

 

Immer im System bleiben

DI Martin Brader erklärt, warum Sie bei der Verwendung verschiedener Putze aufpassen müssen.

Er leitet bei ORTNER die Abteilung Forschung und Entwicklung. Sein Know-how erwarb er sich an der TU Graz. Seit 2009 ist er für die ständige Kontrolle und Überarbeitung der ORTNER Produktpalette verantwortlich.

Herr Brader, ganz grundsätzlich, warum dürfen verschiedene Putze nicht beliebig kombiniert werden?
Unterschiedliche Verputz-Produkte können auf Rohstoffkonzepten aufgebaut sein, die nicht miteinander können. Es kann so zu Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Inhaltsstoffen kommen, was im Endeffekt sowohl die Verarbeitung als auch das fertige Ergebnis beeinflussen kann. Im schlimmsten Fall kann der gesamte Putz abplatzen.

In welche  Gruppen können Putze unterteilt werden?
Grundsätzlich kann man bei Putzen zwei Systeme unterscheiden. Kalk-Gips Putze und Kalk-Zement Putze. Kalk-Gips Putze ziehen meist rasch an  und binden dann auch sehr schnell ab. Dafür sind sie nahezu schwindneutral. Putze auf Kalk-Zement Basis binden anders ab. Hier kommt es zunächst zu einer Hautbildung und dann zu  einem Ansteifen. Die Abbindung ist konstanter und langsamer als bei Kalk-Gips Putzen. Hier kommt es allerdings nach der Verarbeitung noch zu einem stärkeren Schwund.

Was passiert,  wenn man diese zwei unterschiedlichen Systeme gemeinsam verwendet?
Werden Produkte aus diesen zwei Putz-Systemen kombiniert, kann es an der Grenzschicht zu chemischen  Reaktionen kommen. Wie bereits erwähnt, kann im schlimmsten Fall der gesamte Putz abplatzen und der eben erst fertiggestellte Ofen muss nach kürzester Zeit komplett saniert werden.  Ein Horror für den Ofenbauer und auch den Kunden.

Warum werden überhaupt Produkte aus verschiedenen Putz- Systemen zusammen verwendet?
Oft werden einfach die Verputz- Produkte hergenommen, die gerade günstig verfügbar oder auf Lager sind. Manchmal fehlt auch das Bewusstsein über die Wechselwirkungen verschiedener Putz- Systeme.

Wie erkennt  man, um welchen Putz es sich handelt?
Einfach bei den Inhaltsstoffen oder im Produktdatenblatt des Herstellers nachsehen.

Ist nur bei den Putzen Vorsicht geboten?
Nein, auch bei den  Anstrichen sollte darauf geachtet werden, dass alle Produkte zusammenpassen. Genauso wie bei der Grundierung.

Der ORTNER Haftmörtel kommt bei fast allen ORTNER Putzaufbauten als Untergrund zum Einsatz. Warum ist er so wichtig?
Der klassische ORTNER Haftmörtel ist die perfekte Basis für unsere Verputzaufbauten und passt auf alle Hüllenbaustoffe. Eine Armierung mit Haftmörtel bietet einen optimalen Saugausgleich auf der Ofenoberfläche und bewirkt ein gleichmäßiges Anziehen der Verputzschichten. Daher fungiert er quasi als „Neutralisierer“. Wir empfehlen immer die Verwendung des Haftmörtels unter dem eigentlichen Putz, da so auch „ein Aufbrennen“ des Putzes verhindert werden kann.

Was versteht man unter „Aufbrennen“?
Dem Verputz wird dabei vorzeitig Wasser entzogen und er kann nicht richtig abbinden. Der Putz wird bröselig, kann Risse bekommen und sich ablösen.

Einen Tipp zum Abschluss?
Immer im System bleiben. Also entweder Kalk-Gips oder Kalk- Zement Putze verwenden. Und man sollte sich immer an die empfohlenen Verarbeitungsrichtlinien und Verputzaufbauten des Herstellers halten. Dann sollte nichts mehr schief gehen.

 

Vielen Dank für das Gespräch.